Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie ein typischer Arbeitstag in der Gemdat OÖ aussieht?

Sie arbeiten im Hintergrund. Sie sprechen viele Programmiersprachen und erwecken mit ihnen Ideen zum Leben. Ihre Lösungen unterstützen unsere Arbeit. Die Kollegin und Kollegen unserer Abteilung Entwicklung haben die interne Zeitabrechnung und Kundenverwaltung verbessert. Sie haben die Bedienung und den Funktionsumfang des Gemdat Portals auf ein neues Level gehoben. Kigadu ist ihre erste komplette Eigenentwicklung.

Grund genug, unsere Kollegin und ihre fünf Kollegen einmal vor den Vorhang zu holen.




Gemdat: Liebe Kollegin und Kollegen, Kigadu ist bereits bei Kinderbetreuungseinrichtungen im Einsatz. Ist Eure Arbeit damit abgeschlossen?


Als Gemdat nehmen wir Wünsche unserer Kund*innen ernst und wägen ab, ob diese Anregungen auch für andere einen Vorteil bieten. Kigadu war immer als offene Software konzipiert, die sich durch neue Funktionen und Optimierungen dem Bedarf der Nutzer*innen anpasst. In Kigadu können Reports erstellt werden. Hier haben wir beispielsweise neue Möglichkeiten für die Ausgabe von Statistiken geschaffen. Die Voranmeldung für Kinderbetreuungseinrichtungen wurde verbessert. Vor kurzem haben wir eine Lösung programmiert, um die Schulausspeisung mit wenigen Klicks abrechnen zu können. Unsere Kolleg*innen aus der zuständigen ZR-Abteilung erstellen uns dazu interne Tickets, die wir in zweiwöchigen Sprints abarbeiten. Durch diese praxisnahen Inputs und zeitnahen Umsetzungen entwickelt sich das Produkt schnell weiter. Davon profitieren alle Kund*innen.


Gemdat: Ihr arbeitet alle gemeinsam an Kigadu. Wie teilt Ihr Euch die Arbeit ein?


Alle haben ihren Zuständigkeitsbereich. Die meisten Bereiche überschneiden sich aber oder sind so umfangreich, dass mehrere an ihnen arbeiten. Teilweise ist die Arbeit aufbauend. Die gemeinsame Arbeit an einer Software braucht deshalb viel Abstimmung. Wir haben einmal pro Woche eine Abteilungsabstimmung und jeden Tag Stand-up-Meetings. Es muss geklärt werden, wer was macht. Wir müssen uns absprechen, damit die eigene Programmierung nicht die Lösung des anderen stört. Bei komplizierten Themen arbeiten wir zusammen, um gemeinsam die einfachste Lösung zu finden. Jede Lösung wird von einem anderen Teammitglied abgenommen. Wir prüfen den Code und testen, ob alles funktioniert. Programmieren ist sehr individuell. Es gibt nicht den einen, einzigen Code für eine Lösung. Trotzdem ist die Zusammenarbeit im Team essenziell. Absprachen sind die Basis unserer Arbeit.


Gemdat: Die Anforderungen an eine Software verändern sich ständig. Es wird auch neue Software zur Programmierung entwickelt. Wie bleibt Ihr auf dem neuesten Stand?


Ständiges Lernen ist für uns zentral. Teilweise gibt es Kurse. Vieles ist aber so neu, dass es dafür noch keine Weiterbildungsangebote gibt. Beim Framework, das wir zur Programmierung der Kigadu Eltern-App verwenden, wurden wir beispielsweise komplett in das kalte Wasser geworfen. Wir mussten selbst herausfinden, wie es funktioniert. Aber das macht unsere Arbeit spannend. Die meisten von uns haben studiert oder eine entsprechende HTL absolviert. Programmieren ist im Berufsalltag aber viel umfangreicher, als es je in einer noch so guten Ausbildung vermittelt werden könnte; wie ein immer neues Rätsel, das es zu lösen gilt. Herauszufinden, wie sich eine neue Software programmieren lässt, ist das Gleiche. Wir lernen jeden Tag auch durch den gegenseitigen Einblick in die Arbeit. Selbst denkt man manchmal viel zu kompliziert. Der andere löst das einfach. Deshalb freuen wir uns, dass unsere Abteilung so gewachsen ist.


Gemdat: Wie geht es Euch, wenn Ihr selbst Software in Eurem Alltag nutzt?


Wir haben da sicher eine andere Sicht auf digitale Lösungen, weil wir den Aufwand, der dahintersteckt, einschätzen können. Bei manchen Dingen ist es für uns nicht nachvollziehbar, warum etwas nicht geändert wird, obwohl es kein großer Aufwand wäre. Bei anderen wiederum wissen wir, wieviel Arbeit das bedeutet. Ein Computerspiel zum Beispiel von einem Einzel- auf Multiplayer zu ändern, ist ein Riesenaufwand. Da muss das Spiel im Prinzip neu geschrieben werden. Meistens sind es die einfachsten Dinge, hinter denen der größte Aufwand steckt. Was für den User nur ein Klick ist, bedeutet für uns schon mal mehrere Wochen Arbeit. Funktionen zum Nachschärfen oder Freistellen in Fotobearbeitungsprogrammen beispielsweise sind hochkomplexe mathematische Vorgänge. Das zu programmieren ist eine enorme Leistung und sehr beeindruckend.


Gemdat: Ihr arbeitet sehr eng zusammen. Trefft Ihr Euch auch in der Freizeit für gemeinsame Aktivitäten?


Wir veranstalten gern gemeinsame Spieleabende. Im Mai war es Poker, jetzt vor Weihnachten wird es Nintendo. Das wollen wir auf alle Fälle öfter machen. Corona hat das bis jetzt verhindert. Fürs Zocken sind wir immer zu haben. Nach der Arbeit schalten wir den einen Rechner aus und den anderen an. Ein Kollege ist allerdings auch im örtlichen Musikverein und bei der Freiwilligen Feuerwehr engagiert. Das beste Geschenk für uns ist jedenfalls ein Überraschungsei. Etwas Süßes und was zum Spielen. Wir entsprechen wohl großteils dem Klischee! (alle lachen)